Sitzung des Medienrates der SLM vom 4. März 2019

- MEDIENINFORMATION -

1) Sächsische Landesmedienanstalt fördert Filmprojekte mit 63.000 Euro

2) Verbraucherzentrale Sachsen e.V. und Sächsische Landesmedienanstalt realisieren gemeinsame Veranstaltungsreihe zum Schwerpunkt Spiele-Apps mit Orientierungshilfen für Kinder

3) Sächsische Landesmedienanstalt unterstützt Deutschen Regionalfernsehpreis 2019 mit 3.000 Euro

1) Sächsische Landesmedienanstalt fördert Filmprojekte mit 63.000 Euro

Der Medienrat der Sächsischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (SLM) befasste sich in seiner Sitzung am 4. März 2019 mit den aktuellen Projektanträgen im Rahmen der kulturellen ergänzenden Filmförderung. Für das erste Jahresdrittel stellt das Entscheidungsgremien 63.000 Euro zur Verfügung. Die finanziellen Mittel fließen sechs Filmemachern aus Sachsen zu.

Dazu gehört der Animationsfilm „Rest in Piece“, der sich mit dem Thema Flucht und Vertreibung befasst. Produziert wird das Filmprojekt von reynard Films GbR, Katharina Weser, Leipzig. Geplant ist der Einsatz einer Stop-Motion-Puppentrick-Animationstechnik, die im Freistaat Tradition hat. Eine Koproduktion mit dem privaten Lokal-TV-Veranstalter Heidenau TV wird angestrebt.

Ebenfalls gefördert wird das VR-Experience Filmprojekt "PARADISE" - produziert vom Leipziger Filmemacher Holm Taddiken, Neufilm GbR. Der dokumentarische Kinderfilm soll mit, für und von Kindern im Alter von 9 bis 12 Jahren geschaffen werden. PARADISE wendet sich explizit an ein Kinderpublikum und will das Leben, die Gedanken und Innenwelten von Kindern aus der Kinderperspektive erlebbar machen.

"Er nannte sich Y" (Genre: TV-Dokumentation/Non-Ficton) wird von René Biermann, adhoc Film- & Fernsehproduktion GmbH, Dresden, produziert. Anlässlich des 80. Geburtstags des 2016 verstorbenen Dresdner Malers, Bildhauers, Grafikers und Musikers A.R. Penck, wird im Albertinum eine Ausstellung vorbereitet. Der begleitende Film soll den Künstler aus verschiedenen Perspektiven beleuchten und politische bzw. biografische Brüche aufzeichnen. Zum ersten Mal wird der Künstler mit seinen vielfältigen Talenten und Fähigkeiten im Rahmen einer Dokumentation porträtiert.

Eine weitere Förderung erhält Alexander Herrmann, expanding focus GmbH, Leipzig, für sein Projekt "Brave New Mobility". Es handelt sich um ein transmediales Projekt, bestehend aus einem VR-Erlebnis und einem TV-Format zum Thema "Mobilität der Zukunft". Die Förderung der SLM bezieht sich ausschließlich auf die VR Experience.

Der Dokumentarfilm "eiszeit" von Julius Günzel – filmpunktart, Dresden, knüpft an den bereits erfolgreich realisierten Film "blaubeeren" an. Regie führt die vielseitige Künstlerin Maja Nagel, deren Wurzeln in der sorbischen Lausitz liegen. Das aktuelle Projekt befasst sie mit dem Thema Kohleausstieg und der Situation für die in den Regionen lebenden Menschen bzw. die Auswirkungen für die Natur. Eine Koproduktion mit dem privaten Lokal-TV-Veranstalter Oberlausitz TV konnte eingegangen werden.

Der dokumentarisch, künstlerische Film "…ein einziger Gedanke" von Isolde Matkey, tristan Production | Management | Event UG, Dresden, erhält abschließend eine Förderung durch die SLM. Die Dokumentation mit Spielfilmelementen und Animation widmet sich dem Jubiläum des vor 200 Jahren in Dresden entstandenen Hauptwerkes des Philosophen Arthur Schopenhauer "Die Welt als Wille und Vorstellung". Der Film basiert auf einer Ausstellung und Filminstallationen, die im Juni 2019 im Palais des Großen Gartens in Dresden zu sehen sein werden.

Die finanziellen Mittel, die die SLM im Rahmen der ergänzenden kulturellen Filmförderung zur Verfügung stellt, sollen innovative und vielversprechende Projekte im Kurzspiel-, Dokumentar- und Animationsfilm unterstützen. Ziel der Förderung ist es vor allem, junge Filmemacher aus dem Freistaat auf ihrem Weg zum professionell produzierten Film zu unterstützen und kulturelle Qualität bzw. Experimentelles zu fördern.

Für die ergänzende kulturelle Filmförderung stehen im Haushalt der SLM im Jahr 2019 insgesamt rd. 140.000 Euro zur Verfügung. Die Kriterien der Förderung sind in der SLM-Förderrichtlinie definiert (www.slm-online.de → Filmförderung).

2) Verbraucherzentrale Sachsen e.V. und Sächsische Landesmedienanstalt realisieren gemeinsame Veranstaltungsreihe zum Schwerpunkt Spiele-Apps mit Orientierungshilfen für Kinder

Der Medienrat der SLM hat in seiner Sitzung am 04.03.2019 grünes Licht gegeben für eine gemeinsame Veranstaltungsreihe mit der Verbraucherzentrale Sachsen e.V. zum Thema "Spiele-Apps = App-Gezockt? Orientierungshilfen für Kinder-Apps". Geplant sind vier Abendveranstaltungen fokussiert auf den Monat Mai in den Orten Hoyerswerda, Aue, Döbeln und Meißen.

Neben Fernsehen, Musik hören und Online-Video schauen ist das Spielen auf mobilen Geräten auf dem vierten Platz der beliebtesten Medientätigkeiten von Kindern, so die FIM-Studie "Familien, Interaktion, Medien" (FIM) des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest. Die Risiken dieser schnell und kinderleicht zu installierenden Spiele-Apps werden dabei häufig unterschätzt. Eine Untersuchung zu den 50 populärsten Apps – realisiert von jugendschutz.net (Kompetenzzentrum von Bund und Ländern) und der Stiftung Warentest – stellte bereits 2017 zum Teil erhebliche Mängel fest: Vermeintlich kostenlose Spiele verleiteten schnell zu weiteren Käufen, um das Spiel weiter oder besser spielen zu können – Nutzerinnen und Nutzer geraten somit schnell in eine Kostenfalle. Etwa die Hälfte der untersuchten Apps platzierten Werbung ohne klare Kennzeichnung. Ein großer Teil der Angebote schützte Kinder unzureichend vor Mobbing und unangemessenen Kontaktaufnahmen durch Fremde. Darüber hinaus wurde der Daten- und Kinderschutz unzureichend gewährleistet.

Die geplante Veranstaltungsreihe setzt genau bei diesem Problemfeld an und will Eltern und Multiplikatoren beraten und Orientierungshilfen bieten.

Neben den Eltern und Großeltern sind die geplanten Veranstaltungen auch an Medienpädagogen, Sozialpädagogen, Mitarbeiter der Kinder- und Jugendhilfe, der Jugendämter, Kindertageseinrichtungen und Horten sowie an alle Erwachsene, die im beruflichen oder privaten Kontext mit Kindern zu tun haben, gerichtet.

3) Sächsische Landesmedienanstalt unterstützt Deutschen Regionalfernsehpreis 2019 mit 3.000 Euro

Die Sächsische Landesmedienanstalt beteiligt sich erneut mit 3.000 Euro am Deutschen Regionalfernsehpreis "REGIOSTAR 2019" – dies hat der Medienrat in seiner Sitzung am 4. März beschlossen.

Am 30. März 2019 wird der nationale Fernsehpreis für lokale und regionale private Fernsehveranstalter in Magdeburg vergeben. Neben der SLM fördern weitere Landesmedienanstalten die Leistungsschau der Fernsehredakteure, Moderatoren und Journalisten im Lokal-TV. Ziel des Preises ist es, die Programmqualität zu fördern und die privaten kommerziellen Fernsehproduzenten zu motivieren, kontinuierlich journalistisch hochwertigen Arbeiten genügend Platz im Programm zur Verfügung zu stellen. Eine Unterstützung der Veranstaltung durch die SLM ist durch die besondere Rolle des Lokalfernsehens in Sachsen und die regelmäßig hohe Wettbewerbsbeteiligung sächsischer Veranstalter begründet.