Ergänzende kulturelle Filmförderung der SLM
Geschichten von herausragenden Künstlern, faszinierenden Persönlichkeiten, starken Frauen und berührenden Schicksalen – die Sächsische Landesmedienanstalt fördert seit nunmehr über 20 Jahren junge und erfahrene Filmemacher aus dem Freistaat. Aufgrund einer Aufgabenerweiterung im Sächsischen Privatrundfunkgesetz ist es der SLM seit 2004 möglich, die sächsische Filmbranche im Rahmen der ergänzenden kulturellen Filmförderung dauerhaft finanziell zu unterstützen.
► Aufgabenerweiterung für vielversprechende und innovative Filmprojekte
Gefördert werden kleine und mittlerer Unternehmen der sächsischen Filmwirtschaft im Bereich der Film- und TV-Produktionen. 270 Dokumentar-, Kurz- und Animationsfilme entstanden im Zeitraum von 2005 bis 2025. Die SLM förderte diese Filmprojekte mit einem Gesamtvolumen von rund 3 Mio. Euro. Nicht wenige feierten beachtliche Erfolge. Auch sprechen viele erfolgreiche Festivalteilnahmen der geförderten Filme für ihre hohe Qualität.
Ziel der Förderung ist es vor allem, junge und erfahrene Filmemacher aus dem Freistaat auf ihrem Weg zum professionell produzierten Film zu unterstützen und kulturelle Qualität bzw. Experimentelles zu fördern.
- „Wir sind sehr stolz über jedes einzelne Filmprojekt, welches – neben weiteren Förderpartnern, wie z.B. der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen oder der Mitteldeutschen Medienförderung – auch mit unserem Beitrag erfolgreich realisiert werden konnte.“
Prof. Dr. Markus Heinker, Präsident des Medienrates der SLM
Die Auswahl der förderwürdigen Filmprojekte wird drei Mal im Jahr durch den Medienrat der SLM vorgenommen, der auf Empfehlungen einer Bewertungskommission zurückgreift. Die Förderung basiert auf § 28 Sächsisches Privatrundfunkgesetz, wonach der SLM eine ergänzende kulturelle Filmförderung ermöglicht wird. Die Kriterien der Förderung sind in der SLM-Förderrichtlinie definiert.
Eine ergänzende Filmförderung kann erfolgen, wenn das Projekt erwarten lässt:
- dass der Nachwuchs für die sächsische Medienlandschaft gefördert oder gesichert wird oder
- dass qualitative Maßstäbe gesetzt werden, oder
- dass richtungsweisende Programme, Formate und neue Entwicklungen in der Mediengestaltung produziert oder initiiert werden und
- dass mindestens ein sächsischer TV-Veranstalter den fertigen Film in seinem TV-Programm ausstrahlen wird.
Die ergänzende kulturelle Filmförderung wird für Filmproduktionen gewährt, die für die Verbreitung im Fernsehen geeignet sind.
Zuwendungsempfänger können private Film- und Fernsehproduktionsunternehmen insbesondere aus dem Mittelstand sein, deren Hauptsitz im Freistaat Sachsen liegt und deren Produktionen weit überwiegend mit im Freistaat Sachsen ansässigen Mitarbeitern realisiert werden.
Im Jahre 2015 erweiterte die SLM ihre Förderrichtlinie im Rahmen der ergänzenden kulturellen Filmförderung, um die Zusammenarbeit von Filmproduzenten und in Sachsen lizenzierten privaten Lokal-TV-Veranstaltern zu erleichtern. Dabei kann die Antragstellung auch nach Projektbeginn erfolgen. Damit wird der Erfahrungspraxis Rechnung getragen, dass die Veranstalter häufig erst zu einem späteren Zeitpunkt von einer Kooperation überzeugt werden können.
- § 24 Abs. 6 SLM-Förderrichtlinie:
„Bei Koproduktionen mit in Sachsen ansässigen TV-Veranstaltern kann der Koproduktionsanteil des Veranstalters zusätzlich gefördert werden, und zwar bis zu einer Höhe von weiteren 15 Prozent der Gesamtkosten. Ein entsprechender Antrag kann auch nach Projektbeginn gestellt werden.“
Geförderte Filmprojekte - eine Auswahl
„Recording: Future“
Dieser berührende Film bebildert und zeigt das gleichnamige soziokulturelle Projekt an einer Oberschule im Dresdner Stadtteil Prohlis, einem sogenannten sozialen Brennpunkt. 24 Schülerinnen und Schüler der Schule im Alter zwischen 12 bis 14 Jahren entwickeln gemeinsam mit der theatralen subversion ein multimediales Theaterstück über die Themen Herkunft und Zukunft, welches sie selbst auch filmisch dokumentieren.
Künstlerische Leitung, Regie & Produktion: theatrale subversion / Romy Weyrauch & Michael McCrae
Trailer: „Recording: Future”
"Schlafende Hunde"
Verbunden einzig durch ihre Liebe zu Vierbeinern, treffen auf der Hundewiese unterschiedlichste Meinungen, Charaktere, Altersgruppen und Milieus aufeinander. Diese Begegnungen hat die Kamera eingefangen, woraus eine bemerkenswerte Dokumentation entstanden ist.
Produzent: Kino Datsche e.V.
Regie & Buch: Jenia Bayat Mokhtari, Amelie Befeldt, Samuli Salonen und Sarah Veith
Preise:
- Preis der Dokumentarfilmjury beim Leipziger Filmfestival Kurzsuechtig 2024
Trailer: „Schlafende Hunde”
„Savas Coban - Running Peru“
Der Extremsportler und Ultraläufer Savas Coban stellt sich einer besonderen Herausforderung: mit einem Offroad-Ultralauf will er Peru durchqueren, eine Strecke von 4.000 Kilometern. Dabei folgt er dem Glauben, dass man alles erreichen kann, wenn man nur hart genug dafür arbeitet.
Produzentin: ravir film GbR
Drehbuch: Steffi Rostoski
Regie: Steffi Rostoski & Dorit Jessner
Trailer: „Savas Coban - Running Peru”
„Anna - A Tale for Tomorrow“
Aufbauend auf dem Roman "2084 - Noras Welt" von Jostein Gaarder ist hier ein herausragender Spielfilm entstanden, der fiktionale und realistische Anteile verbindet. Erzählt wird die Geschichte der Klimaaktivistin Anna, die in die Zukunft reist und dort sowohl ihrem zukünftigen Ich als auch ihrer Enkelin begegnet.
Produzentinnen: Black Mary Films GmbH & Filmakademie Baden-Württemberg GmbH
Regie: Jonathan Behr
Buch: Maj Weidlich & Simon M. Schulz
Preise:
- Prädikat besonders wertvoll der Deutschen Film- und Medienbewertung
- Shortlist der Young Director Awards in Cannes
- Nominierung in zwei Kategorien für den First Steps Award (als bester mittellanger Film und als Big Audience Award)
- Preis für die beste Filmmusik beim SHORTS Film Festival in Offenburg
- ausgezeichnet beim Filmfest Bremen 2025 sowie mehrere weitere Publikumspreise
Trailer: „Anna - A Tale for Tomorrow”
„9 Million Colors“
Ein farbenfroher Animationsfilm über die Liebesgeschichte zweier sehr unterschiedlicher Meerestiere – eines Fangschreckenkrebses und eines Tiefseefisches, erzählt als Stop-Motion-Musical.
Produzent: Reynard Films GmbH (als Ko-Produzent), Jakub Košťa Vratislav Šlajer, sowie weitere Ko-Produzierende: Bára Anna Stejskalová, Lillian Løvseth, Maria Motovska
Buch/Regie: Bára Anna Stejskalová
Trailer: „9 Million Colors”
„Being Hipp“
Dieser Dokumentarfilm zeichnet die Lebensgeschichte der in Leipzig geborenen und später in Amerika lebenden Musikerin Jutta Hipp nach. Der Lebensweg dieser bemerkenswerten Künstlerin wird – aufbauend auf einer intensiven Recherche – rekonstruiert und nach Antworten gesucht, warum ihre künstlerische Karriere so abrupt endete.
Produzent: schmidtFilm, Anna Neuhaus
Buch/Regie: Anna Schmidt
Preise:
- Ausgezeichnet mit dem Deutschen Jazzpreis 2025
Trailer: „Being Hipp”
„Swim4Science“
Ein Dokumentarfilm über ein großes Vorhaben mit wissenschaftlicher Begleitung: Dr. Joseph Heß durchschwimmt den Rhein von der Quelle am Tomasee in den Schweizer Alpen bis zur Mündung in die Ostsee in den Niederlanden – eine Strecke von 1.235 Kilometern.
Produzent: recCRAFT Productions Leipzig
Regie: Moritz Rüger
Buch: Laurin Giogoli
Trailer: „Swim4Science”